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Tom Weingärtner im Gespräch mit Dirk Oschmann
2023 hat der Literaturwissenschaftler und Bestsellerautor Dirk Oschmann ein viel beachtetes Buch geschrieben, dessen Titel lautet: „Der Osten: eine westdeutsche Erfindung: Wie die Konstruktion des Ostens unsere Gesellschaft spaltet“.
Aus Sicht des Autors werden die Ostdeutschen als Gruppe von den Medien stereotypisiert und als rückständig, autoritär und „anders“ herabgewürdigt. Den Menschen in Westdeutschland dienten sie damit als negative Projektionsfläche, stifteten also für den „Westen“ eine gemeinschaftliche Überlegenheitserzählung.
Tom Weingärtner, in Leipzig geboren, dort und in Halle zur Schule gegangen, hat dem Osten bereits in jungen Jahren den Rücken gekehrt, um seinen beruflichen Traum verwirklichen zu können und Journalist zu werden. Der in seiner alten Heimat häufig zu hörenden Klage, der „Osten“ sei kein gleichwertiger Teil der bundesdeutschen Gesellschaft, steht er äußerst skeptisch gegenüber. Das Werk von Dirk Oschmann hat er ausführlich gelesen und freut sich auf ein streitbar-kritisches Gespräch mit dem Autor.
Unkostenbeitrag 10 Euro inklusive Getränke und Häppchen
Einlass 18.15
Max-Walter Weise zeigt uns den lyrischen Friedrich Hölderlin – dabei kommt auch ein Klavier ins Spiel
Er war ein Kind der Romantik und gilt als einer der bedeutendsten Dichter seiner Epoche. Friedrich Hölderlin wurde 1770 in Lauffen am Neckar geboren, wuchs in Nürtingen auf und besuchte dort die Lateinschule. Er wollte zunächst Pfarrer werden und studierte in Tübingen Theologie, wo er dem späteren Philosophen Friedrich Hegel begegnete. Nach Abschluss des Studiums entschied er sich aber für eine dichterische Laufbahn.
Im Vorwort seines einzigen – lyrischen – Romans „Hyperion“ schreibt Hölderlin: „Ich verspräche gerne diesem Buche die Liebe der Deutschen. Aber ich fürchte, die einen werden es lesen, wie ein Compendium, und um das fabula docet sich zu sehr bekümmern, indess die andern gar zu leicht es nehmen, und beide Theile verstehen es nicht.“
Der Schauspieler und Sprecherzieher Max-Walter Weise wird einen dritten Weg beschreiten und uns auf einen lyrischen Spaziergang mitnehmen. Auszüge aus „Hyperion“, Gedichte, die den Lebensweg Hölderlins illustrieren und musikalische Improvisationen sollen uns den Dichter sinnlich näher bringen. Seine Sprache bezeichnet Weise als „pathetisch, aber durch und durch musikalisch.“
Max-Walter Weise, Jahrgang 1997, ist in Freiberg (Sachsen) aufgewachsen. Er hat Sprechkunst und Sprecherziehung in Stuttgart studiert und arbeitet als Schauspieler, Sprecher und Dozent. Unter dem Pseudonym Mechthild ist er als Musiker auf den kleinen Bühnen der Region unterwegs.
Eintritt 25 € inklusive kleine Pausenmahlzeit
Einlass 18.15
Herbstkonzert mit Joelle Charlier (Mezzosopran) und Wouter Vande Ginste (Klavier)
Für seinen Liederzyklus „Frauenliebe und Leben“ hat Robert Schumann zwar eine Textgrundlage von Adelbert von Chamisso gewählt, die ein sehr traditionelles Frauenbild feiert. Aber, so sagt Joelle Charlier, die Musik ist einfach zu schön – und die Herren der Schöpfung können sich daran freuen, dass ihre Kraft und Herrlichkeit einmal wieder ohne jede Ironie gefeiert wird.
Nach diesem maskulin geprägten Einstieg geht es weiter mit den Werken von Komponistinnen, die in der Zeit ihres Wirkens mit massiven Widerständen zu kämpfen hatten und bis heute weitgehend unbeachtet sind. Wer hat, ganz ehrlich, je von der Beduinen-Romanze von Johanna Kinkel gehört? Johanna prägte das kulturelle Leben in ihrer Heimatstadt Bonn in den 1830er Jahren, war die einzige bedeutende Vertreterin der Bonner Mundartdichtung des 19. Jahrhunderts und – das wundert uns nicht – eine Vorkämpferin der Frauenrechtsbewegung.
Diese Suffragette konnte auch komponieren – und wie! Felix Mendelssohn Bartholdy empfahl sie nach Berlin. Eben jener Felix, der seiner Schwester Fanny das Komponieren am liebsten untersagt hätte.
Mit Tagebuch- und Briefauszügen zwischen den Musikstücken, gelesen von Daniela Weingärtner, werden die Moralvorstellungen der Entstehungszeit und der Mut der Avantgardistinnen lebendig.
Eintritt 32 Euro inklusive kleine Pausenmahlzeit
Einlass ab 18.15
Europäischer Salon mit dem Chef der Duisburger Hafen AG
Die Duisburg-Ruhrorter Häfen gelten als größtes Binnenhafengebiet der Welt. Schon 2020 wurden dort 10,4 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen, davon 59 Millionen Tonnen bei duisport, dessen Vorstandsvorsitzender Markus Bangen ist. Mit ihm spricht Konrad Handschuch, ehem. Redakteur der Wirtschaftswoche.
Unkostenbeitrag 10 Euro inklusive Getränke und Häppcen
Einlass 18.15
Konzertante Lesung mit Roman Salyutov
Das Werk Franz Kafkas zählt zur meist gelesenen Literatur des 20. Jahrhunderts – und stellt zugleich eins ihrer größten Geheimnisse dar. Kafkas Tiefgründigkeit und beinahe bodenlose Vielschichtigkeit bietet ein breites Interpretationsfeld, das in Kombination mit anderen Kunstarten auf neue Wege von Verständnis und Erkenntnis bringen kann. Die zentrale Frage bleibt dabei die nach Kafkas eigener Identität – Selbstwahrnehmung und – einordnung. In dieser konzertanten Lesung wird aus dem Werk Franz Kafkas vorgelesen – aus seinen kurzen Erzählungen wie auch dem bekannten „Brief an den Vater“ – und gemeinsam mit dem Publikum auf ihre mögliche Deutung eingegangen, was dann durch eine Reihe ausgewählter Musikwerke emotional vertieft wird.
Eintritt 32 € inklusive kleine Pausenmahlzeit
Einlass 18.15